Wie gehe ich mit Problemen um?

Ich mache es kurz und schmerzlos: Jeder von uns hat Probleme. Und sie hören nicht auf. Ist das eine gelöst, wartet schon das nächste. Damit will ich dich nicht demotivieren, ich sage dir nur, wie es ist. Insgeheim wissen wir es nämlich alle, nur traut sich nicht jeder, es auszusprechen. Wie gesagt, kurz und schmerzlos. Allerdings ist das noch lange kein Grund, gleich das Handtuch zu werfen. Probleme sind nicht nur Hürden, die es zu überwältigen gilt, sondern sie sind zugleich Chancen. Chancen, dich weiterzuentwickeln, aus dir herauszuwachsen und neue Erfahrungen zu sammeln. Stell dir nur mal vor, wo du heute ohne Probleme stündest.

Beim Versuch, deine ersten Schritte zu tun, bist du hingefallen. Problem. Heute kannst du selbstsicher gehen.

Das erste Mal die Fahrschulprüfung verhauen. Problem. Du bist danach um ein wenig Geld erleichtert, dafür aber um eine Erfahrung und Wissen reicher.

Oder der König unter allen Problemen: Die Finanzen. Problem. Eine wunderbare Gelegenheit, den eigenen Lebensstil zu überdenken und eine Veränderung herbeizuführen.

Jeder definiert Probleme anders. Und genau das ist die gute Nachricht. Denn wenn du lernst, ein Problem nicht mehr als Problem zu betrachten, dann darfst du drei Mal raten, wer ein Problem weniger hat.

1. Ein Problem ist nicht gleich ein Todesurteil. Auch, wenn wir das manchmal so empfinden.

Viele haben bei einem sich ergebenden Problem das Gefühl, als würden sie in den Abgrund fallen. Das nicht bestandene Examen. Der Bescheid vom Arbeitsamt. Die schlechten Blutwerte beim Arzt. Alles Dinge, die in der Regel nicht deine endgültige Destination bedeuten. Wer seine Prüfungen oder das Studium nicht besteht, für den dreht sich die Welt weiter. Es gibt andere Studiengänge, andere Berufsmöglichkeiten. Das Leben endet hier nicht, meistens fängt erst dann erst richtig an. Eine hohe Rechnung kann einem kurz das Herz stehen lassen. Ist aber im Endeffekt auch nur Geld. Selbst, wenn du es (momentan) nicht hast, gibt es jemanden, der es hat. Du kannst es dir also entweder leihen, erarbeiten oder ein Darlehen aufnehmen. Es gibt immer einen Weg, man muss nur die Augen danach offenhalten. Und denk daran: Genauso wie Geld geht, kommt es auch wieder. Dein Gesundheitszustand liegt ebenfalls in deinen Händen. Trotz heutiger Beschwerden, kann es dir in Zukunft wieder besser gehen.

Egal, was es auch ist – eines sollte man in egal welcher Situation man auch steckt, nie machen: Sich ergeben, den Kopf in den Sand stecken und aufhören, weiterzumachen.

2. Ein schlechtes Kapitel schreibt nicht gleich ein schlechtes Buch

Läuft es mal finanziell nicht gut, muss sich das nicht zwangsläufig auf deine anderen Lebensbereiche auswirken. Natürlich können sich die Finanzen auf das Arbeitsklima, die Partnerschaft oder das Sozialleben auswirken. Aber nur, wenn du es zulässt. Halte deine verschiedenen Lebensbereiche getrennt voneinander und drücke nicht jedem Bereich den Stempel deines Problems auf. Ein schlechter Tag bedeutet nicht, dass das ganze Jahr für’n A*sch war.

3. Nimm es nicht persönlich

Viele, ja auch ich, nehmen Probleme zu persönlich.

Warum passiert das ausgerechnet mir?

Wieso ist die Welt so ungerecht?

Weshalb trifft es immer die Guten?

Kommt dir der ein oder andere Satz bekannt vor? Ja? Dann hör auf, dir Probleme zu sehr zu Herzen zu nehmen. Das Leben will dir keins auswischen, nur weil mal etwas nicht nach Plan verläuft. Statt dich persönlich angegriffen zu fühlen, könntest du dich herausgefordert fühlen. Wie sagt man doch so schön: Wenn das Leben dir Zitronen gibt, dann mach Tequila draus 😉 Im Ernst, Probleme sollten als Hindernis angesehen werden, die einen dazu verleiten, über sie zu springen. Nicht, um vor ihnen stehen zu bleiben und den Rücktritt anzutreten.

Sieh es mal von der Seite: Das Problem würde sich dir nicht stellen, wenn das Universum nicht davon ausgehen würde, dass du es bewältigen kannst. Jeder trägt die Lasten, die er tragen kann. Nicht mehr und nicht weniger. Du bist kein Opfer, du bist Mensch!

Noch ein kleiner Hinweis am Rande: Selbst die Menschen, die scheinbar keine Probleme haben, haben sie. Glaub mir. Und sei es nur die Falte unterm Po, ein geklauter Geldbeutel oder ein nicht stubenreines Haustier.

Alles Ansichtssache.

Überlege dir zunächst, wie du dem „Problem“ gegenübertreten willst.

a) Probleme nicht als Problem ansehen

Wie schon zu Beginn gesagt, wird ein Problem erst dann zum Problem, wenn man es zum Problem macht. Machst du Geld zu deinem Problem, wird es auch immer ein Problem bleiben. Wenn du nichts an deinem Lebensstil (Stichwort Ausgaben-Einnahmen) änderst, ändert sich auch nichts an deiner finanziellen Situation. Siehst du etwas hingegen als Möglichkeit an, statt als Hürde, eröffnen sich dir ganz neue Tore – das garantiere ich dir.

b) Ein Problem verschafft dir immer einen Vorteil

Ein „Problem“, das es zu überwinden gilt, hat immer etwas für dich bereit. Sei es Entwicklung, Wachstum, Erfahrung oder neue Wege. Man muss nur Ausschau danach halten, um zu erkennen, dass nichts umsonst ist und solange man aus etwas lernen kann, nichts verloren ist.

c) Problemen aus dem Weg gehen oder bewusst ansteuern

Du kannst Problemen so gut es geht aus dem Weg gehen. Dann verhinderst du allerdings deine eigene Weiterentwicklung und verpasst möglicherweise die ein oder andere lehrreiche Lektion. Gänzlich wirst du Probleme nie vermeiden können. Dafür sind sie viel zu wertvoll für die Entwicklung der menschlichen Spezies. Du kannst aber auch Probleme bewusst ansteuern, um gerade mehr zu lernen, dich weiterzuentwickeln und zu wachsen. Probleme machen dich stärker und formen deinen Charakter. Alles eine Frage der Ansicht.

d) Ein Problem ist nur so lange Problem, bis du die Fähigkeit entwickelst, damit umzugehen

Woher kommt es wohl, dass Menschen dieselben Umstände unterschiedlich beurteilen? Für den einen ist Kopfrechnen ein Problem. Für den anderen stellt gesunde Ernährung ein Problem dar. Du siehst, ein Problem ist nur so lange ein Problem, bis man die Fähigkeit dazu entwickelt, damit umzugehen. Für ein kleines Kind stellt Laufen oder Fahrradfahren ein Problem dar. Bis es Laufen oder Fahrrad fahren lernt. Für einen Neuangestellten stellen die Arbeitsabläufe noch ein Problem dar. Bis er komplett eingearbeitet ist. Für einen Jurastudenten stellen Gutachten zu erstellen ein Problem dar. Bis er die Auslegungsmethoden und den Umgang mit dem Gesetz lernt.

Bevor du also das nächste Mal kurz davor bist, bei einem Problem zu verzagen, frage dich einfach, welche Fähigkeiten du womöglich benötigst, damit dieselbe Situation das darauffolgende Mal kein Problem mehr darstellt.

e) Probleme halten dich auf Trab

Stell dir mal vor, alles würde immer nach Plan laufen. Am Anfang mag das verführerisch klingen, doch glaub mir, kein Mensch ist dafür geschaffen, ein tristes Leben zu leben. Stell dir das Leben wie eine Achterbahn vor. Ohne Ups áund Downsâ, oder Loopings und Schrauben, wäre sie ziemlich langweilig, oder nicht? Probleme sind die Downs wie bei einer Achterbahn. Hast du es gelöst, geht es wieder hoch. Du entscheidest, ob du deine Hände in die Luft wirst, wenn es mit Karacho wieder runter geht.

f) Probleme stellen sich dir nicht ohne Grund

Oft hat es einen höheren Grund, weshalb dich ausgerechnet jenes Problem heimsucht. Vielleicht verstehst du es heute noch nicht, aber eines Tages wirst du auf dein Leben zurückblicken und dir denken: „Wäre damals dieses oder jenes nicht passiert, stünde ich heute nicht hier, wo ich stehe.“

Probleme härten dich ab und bereiten dich für Dinge, die noch in ferner Zukunft liegen, vor.

Nun, wie gehe ich mit einem Problem am besten um?

Auch hier gilt wieder: Es gibt kein Patentrezept. Aber es gibt mehrere Wege – du musst nur herausfinden, welcher für dich am besten funktioniert.

1. Was ist das Positive/der Vorteil in dem Problem?

2. Welche Lösungsmöglichkeiten habe ich? (Aufschreiben!)

3. Kenne ich jemanden, der schon einmal dasselbe Problem hatte und mir helfen kann?

4. Wie kann ich das Problem das nächste Mal vermeiden? Welche Fähigkeiten brauche ich ggf.?

5. Was kann ich aus dem Problem für die Zukunft lernen?

6. Ist mein Problem wirklich ein Problem, oder mache ich es nur zu einem?

Schlusswort:

Bleib zuversichtlich. Nichts ist verloren. Mein Problem bedeutet nicht den Weltuntergang. Es gibt immer einen Weg. Ich bin mir sicher, dass du dein Problem lösen wirst – egal, welchen Weg du wählst.

Hinterlass mir gerne einen Kommentar, wie du mit Problemen umgehst 🙂

Sandra

|Rechtsreferendarin|Autorin|Ernährungsberaterin|Sportlerin|Weltenbummlerin|Leseratte|Essensliebhaberin|

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