Lerntipps und Lernmethoden für das Jurastudium

Dieser Beitrag befasst sich mit ein paar auserwählten Lernmethoden und Lerntipps für das Jurastudium. Bitte hab Nachsicht mit mir, dass ich nicht auf jede erdenkliche Lernmethode eingehen kann, weil dies den Rahmen des Beitrags sprengen würde. Falls du eine gute Lernmethode für dich gefunden hast oder eine vermisst, kannst du mir sehr gerne schreiben oder – sodass auch andere Leser davon profitieren – einen Kommentar hinterlassen 😊

1. Welcher Typ bist du?

Finde zunächst einmal heraus, WIE du am besten lernst. Bist du eher der autitative, visuelle, motorische oder kommunikative Typ? Eins vorweg: Den EINEN Lerntyp gibt es nicht. In Wahrheit sind wir alle Mischtypen – d.h. wir lernen am besten, wenn wir mehrere Mittel miteinander kombinieren, da eine Kombination aus Hören, Lesen, Schreiben und Sprechen deinem Gehirn dabei hilft, die neuen Informationen besser abzuspeichern. Versteife dich also nicht allzu sehr auf nur einen Lerntyp, sondern versuche so viele wie möglich miteinander zu verknüpfen, aber lege dennoch den Fokus auf den Lerntyp, der dir am ehesten nützt. Bedeutet: Wenn du merkst, dass du am besten lernen kannst, wenn du das Gelernte gelesen hast (visueller Typ), dann versuche so viel es geht zu lesen. Vernachlässige aber nicht ggf. das Gelesene noch einmal in eigene Worte zu verfassen, zur Wiederholung als Podcast/Hörbuch/Vorlesung anzuhören oder jemand anderem zu erklären. So wiederholst du das Gelesene und vertiefst dein Wissen.

2. Die richtigen Lernmittel

Sobald du für dich herausgefunden hast, welcher Lerntyp du bist, geht es darum herauszufinden, was für dich das optimale Lernmittel ist. Beachte: Es wird nicht nur bei einem Lernmittel bleiben, sondern eher eine Kombination mehrerer sein (zumindest ab Beginn der Examensvorbereitung). Das heißt, du hast die Qual der Wahl zwischen:

  • Skripten
  • Lehrbücher
  • Fallbücher
  • Klausurenkursen
  • Karteikarten
  • Eigenen Aufschrieben/Zusammenfassungen
  • Hörbüchern
  • Podcasts
  • Lerngruppen
  • Crash-Kursen
  • Videos
  • Uvm…

Natürlich sollst und musst du nicht jedes Lernmittel nutzen. Das schafft kein Mensch! Wichtig ist vielmehr, zu schauen, womit du zurechtkommst und dann diesem Weg treu bleibst. Denn es bringt dir – außer Zeit- und Energieaufwand – nicht viel, wenn du anfängst, hunderte von Karteikarten zu schreiben, nur um sodann damit zu beginnen, Zusammenfassungen zu verfassen und am Ende doch nur mit Skripten oder Lehrbüchern lernst. Je früher du also im Studium für dich herausfindest, womit du am besten lernst, desto besser bist du später für deine Examensvorbereitung gewappnet.

Ich persönlich habe hauptsächlich mit eigenen Zusammenfassungen, ergänzend mit Skripten und Klausurenkursen gelernt und bin damit sehr gut gefahren. Dazu habe ich mehr in meinem Blogbeitrag „Examensvorbereitung ohne Repetitorium“ geschrieben, falls es dich interessiert.

Du kannst gerne mehrere Lernmittel kombinieren, was gerade angesichts der praktischen Übung – also dem Klausurenschreiben.- sinnvoll ist. Denn die Theorie zu beherrschen ist das eine, sie anzuwenden, das andere.

Doch schauen wir uns die Lernmittel und deren Vorzüge bzw. Nachteile im Einzelnen an:

  • Skripte

Der Vorteil mit Skripten zu lernen liegt auf der Hand: Sie fassen das Nötigste zusammen, sodass man prüfungsrelevanten Stoff innerhalb kurzer Zeit schnell und kompakt lernen bzw. wiederholen kann. Der Nachteil ist, dass sie eben nur das Nötigste zusammenfassen und keine Garantie auf Vollständigkeit bieten. Insbesondere Meinungsstreits oder Themen, die noch nicht so gut „sitzen“ lassen sich allein mit Skripten nicht vollständig aufarbeiten. Es ersetzt jedenfalls kein Lehrbuch, sodass manchmal ein Blick in dieses nicht auszuschließen ist.

  • Lehrbücher

Lehrbücher werden von den Professoren immer gerne zu Beginn des Semesters angepriesen – naja, meistens sind es die eigenen, aber was solls. Ein Lehrbuch ist sehr umfassend und behandelt, so gut wie jedes, Thema ausführlich genug, um die Vorlesungen oder Unklares vertieft aufarbeiten oder wiederholen zu können. Allerdings kenne ich niemanden, der zu jedem Rechtsgebiet ein Lehrbuch bearbeitet hat. Denn das Durcharbeiten eines Lehrbuchs dauert aufgrund seines Umfangs entsprechend lange und kann – sofern man nur damit lernt – trocken und langweilig sein. Der Lerneffekt mag hier dann ggf. nicht so groß sein, da einfach nicht so viel hängen bleibt wie bspw. bei einem komprimierten Skript.

  • Fallbücher und Klausurenkurse

Um zu üben, wie man am besten die Theorie anwendet, eignen sich Fallbücher und Klausurenkurse sehr gut. Fallbücher sind praktisch, da es bei ihnen ausreicht, eine Lösungsskizze zu entwerfen und so Zeit spart, die Lösung komplett auszuformulieren. Allerdings bietet der Klausurenkurs den Vorteil, dass auch das Ausformulieren der Lösung trainiert und – im besten Fall – auch von einem Korrektor korrigiert wird. Nachteilig kann der Preis sein und dass natürlich nicht jeder noch so kleine Meinungsstreit behandelt werden kann – was gerade im Zivilrecht schier unmöglich ist. Aber die meisten Fallbücher und Klausurenkurse behandeln die gängigsten Probleme, sodass man nach Korrektur bzw. Nacharbeiten der Lösung die Gelegenheit hat, das, was noch nicht so gut beherrscht wird, sich genauer anzuschauen.

  • Karteikarten

Mit dem wiederholten Lernen durch Karteikarten prägt sich der Stoff gut in das Langzeitgedächtnis ein. Außerdem sind sie, wenn man sie blanko kauft, günstig in der Anschaffung. Allerdings sollte mit dem Schreiben dieser frühzeitig begonnen werden, zum einen, weil das Schreiben zeitaufwendig ist und zum anderen, um dadurch den größtmöglichen Nutzen zu erzielen. Es sei denn, man kauft sich bereits fertige Karteikarten, wobei hier meiner Meinung nach der Lerneffekt nicht an den selbstgemachter herankommt. Ferner lassen sie sich immer wieder ergänzen und durch ein Karteikartensystem wird auch der Stoff, der noch nicht beherrscht wird, wiederholt und man hat einen guten Überblick über den aktuellen Lernstand. Der Vorteil an Karteikarten ist, dass sie immer und überall mitgenommen werden können. Sei es um die Wartezeit irgendwo sinnvoll zu nutzen oder während dem Bus-/Bahnfahren.

Wer keine Lust hat, eigene Karteikarten zu erstellen, kann auch auf fertig gekaufte oder Online-Karteikarten zugreifen.

  • Eigene Aufschriebe/Zusammenfassungen

Eigene Aufschriebe bzw. Zusammenfassungen sind abgesehen von ihrer Handlichkeit ähnlich wie Karteikarten zu handhaben. Zwar sind sie zeitaufwendig zu erstellen, aber haben durch die Kombination von Lesen, Schreiben und Wiederholen (entweder durch erneutes Lesen oder lautes Aussprechen) einen guten Lerneffekt. Ich persönlich habe bevorzugt mit meinen eigenen Aufschrieben gelernt, da ich als visuell veranlagter Lerntyp die Inhalte besser auf einem DIN-A4-Blatt abrufen konnte als auf Karteikarten. Mit verschiedenen Farben lässt sich die Konzentration und Aufmerksamkeit beim Lernen erhöhen. Sie sind vielleicht nicht so handlich wie Karteikarten, aber auf einem DIN-A4-Blatt passt mehr Text (und damit ausführlichere Informationen, Schemata etc.) drauf.

Wofür man sich letztlich entscheidet ist absolute Typ- und Geschmackssache. Wichtig ist, sich auszuprobieren und seinen Lernmitteln treu zu bleiben.

  • Hörbücher und Podcasts

Hörbücher und Podcasts lassen sich so gut wie immer und überall abspielen und nebenbei anhören. Ob beim Kochen, Spazieren, Auto/Bus/Bahn fahren. Allerdings kann das Lernen mit auditiven Lernmitteln dazu führen, dass man nicht zu 100% fokussiert ist und dazu neigt, nebenher andere Dinge zu tun. Als Ergänzung sind sie jedoch sicher sinnvoll und bringen einem mehr Nutzen als „nur“ Musik oder gar nichts zu hören.

  • Lerngruppe

Eine Lerngruppe bietet sich nicht nur für Unmotivierte, sondern auch für diejenigen an, die eine Kombination aus Lesen, Sprechen und Hören bevorzugen. Wie die Lern-AG ausgestaltet wird, bleibt jedem selbst überlassen. Ob ihr für jede Woche ein bestimmtes Thema besprecht, Übungsklausuren löst o.Ä., muss jede Gruppe für sich entscheiden. Durch die Gruppendynamik wird auf jeden Fall die Lernmotivation und der Lerneinsatz gesteigert. Auch können Verständnisprobleme gut aus der Welt geschaffen und die eigene Argumentation trainiert werden. Auch im Hinblick auf die mündliche Prüfung schadet es nicht, seine Fähigkeiten zu erproben. Indem man in eigenen Worten Stellungnahme zu einem Problem/Thema abgibt, wiederholt und vertieft man noch einmal sein eigenes Wissen. 

Natürlich sollte innerhalb der Lerngruppe darauf geachtet werden, dass alle am gleichen Strang ziehen und auch tatsächlich gearbeitet und nicht getratscht o.Ä. wird. Sonst bringt einem auch die motivierteste Lerngruppe nichts. Der Zeitaufwand ist auch nicht zu unterschätzen, da eine Lerngruppe gut vorbereitet und ggf. nachbereitet sein will.

  • Crash-Kurs

Ein Crash-Kurs eignet sich hervorragend, um das Wichtigste noch einmal in aller Kürze zu wiederholen. Hier ist ggf. darauf zu achten, sich kurz vor einer anstehenden Prüfung nicht allzu sehr mit Wissen zu „überladen“. Denn ALLES wird nicht hängenbleiben können, wenn man nicht bereits im Vorfeld gelernt und sich einigermaßen vorbereitet hat. Bulimie-Lernen ist in Jura leider keine Lösung und erschwert die Prüfungsvorbereitung nur ungemein. Vor allem auch, weil das Frustationslevel schnell steigt, wenn man das Gefühl bekommt, dass der Stoff „zu viel“ wird.

  • Videos
  • Videos zur Wiederholung eignen sich auch sehr gut, um Stoff zu wiederholen.

    Sei es Youtube, Online-Vorlesungen oder Sonstiges. Heutzutage gibt es viele kostenfreie Möglichkeiten entsprechende Lern-Videos in Anspruch zu nehmen. Der Nachteil liegt auch hier auf der Hand: Allein durch Anschauen der Videos wird man sich den ganzen Stoff kaum aneignen können. Vor allem ist gerade bei kostenlosen Videos Vorsicht geboten, da auch diese keine Garantie auf Vollständigkeit bieten und ggf. landesspezifische Besonderheiten zu beachten sind.

    Wichtig ist, dass du DEINEN Weg findest. Was für den einen funktioniert, muss nicht auch für dich gelten.

    Denke jedoch daran, dass dir selbst das beste Lernmittel oder die beste Lernmethode nichts bringt, wenn der Stoff nicht wiederholt wird. Gerade Jurastudenten müssen mit einem Haufen Stoff zurechtkommen – mit einem Mal durchlesen oder anhören hat sich das Lernen also nicht getan. Wiederholung ist daher der Schlüssel im Kampf gegen das Vergessen. Dies sollte nicht unterschätzt werden und möglichst frühzeitig damit begonnen werden, um eine möglichst stressfreie Prüfungsvorbereitung zu haben.

    3. Routinen und Gewohnheiten

    Mache es dir zu Routine bzw. Gewohnheit, um eine bestimme Tageszeit aufzustehen bzw. mit dem Lernen anzufangen und wieder aufzuhören. Denn wenn du etwas gewohnt bist, fällt es dir einfacher, es in Angriff zu nehmen, als wenn du dich jedes Mal aufs Neue aufraffen musst. Das Lernen sollte dir so einfach wie das tägliche Zähneputzen oder Händewaschen nach dem Toilettengang fallen. Nicht, dass du zwingend jeden Tag lernen müsstest – Pausen sind definitiv wichtig (dazu unten mehr). Jedoch macht es einen Unterschied, ob du regelmäßig oder nur ganz sporadisch (Stichwort „Bulimie-Lernen“) lernst. Wenn du innerlich gelassen und das Lernen als dein „tägliches Zähneputzen“ ansiehst, kommt es dir nur noch „halb so schlimm“ vor, eben weil es ein Teil deiner Routine ist und nun einmal zum Jurastudium dazugehört. Das erleichtert dir nicht nur das Lernen per se, sondern erspart dir spätestens in der Examensvorbereitung den Stress, wenn du nicht mehr gefühlt bei „Null“ anfängst.

    4. Use your brain, but take your lawbook with you!

    Das Gesetz ist dazu da, es anzuwenden. Und genau das wollen die Prüfer auch sehen! Es bringt nichts, wenn du sauber einen Rücktritt prüfen kannst, wenn du keine einzige Norm aus dem Gesetz dazu zitierst. Das kommt dir am Ende teuer zu stehen, daher mein gut gemeinter Rat: Arbeite mit dem Gesetz so oft es geht! Je öfter du während dem Lernen ins Gesetz schaust, desto eher kannst du dir erstens merken, wo es steht. Das spart dir in der Klausur die Zeit zum Nachschlagen und Suchen. Zweitens ist der Lerneffekt durch das aktive lernen größer, als wenn du nur passiv lernst (siehe unten). Drittens ergibt sich bereits vieles aus dem Gesetz selbst, sodass du dein Gehirn nicht mit unnötigen Inhalten belasten musst, wenn du sie einfach nachlesen kannst 😉

    5. Lerne aktiv statt passiv

    Lernst du schon aktiv oder lernst du (noch) passiv? Unter aktivem Lernen versteht man das Lernen als Aktivität. Das bedeutet: Nicht nur stupide lesen, sondern ggf. Notizen machen, etwas anstreichen, im Gesetz nachblättern, sich selbst Fragen stellen usw. Dadurch ist dein Gehirn viel aktiver dabei, als wenn du dich mit deinem Lehrbuch einfach nur gemütlich hinsetzt und nur deine Augen beschäftigt sind. Dasselbe gilt auch beim Lernen anhand von Fällen mit Lösungen: Probiere zuerst selber die Lösungsskizze zu erstellen, bevor du dir die Lösung anschaust.

    6. Learning by doing – Wissen anwenden

    Das heißt: Übe anhand (Probe-)Klausuren. Wenn du eine Gruppe von Jurastudenten fragst, was sie in ihrem Studium anders gemacht hätten, dann wird definitiv „mehr Klausuren schreiben“ am häufigsten genannt. Ich weiß das, denn ich habe einige (ehemaligen) Jurastudenten gefragt. Wie schon oben erwähnt bringt dir die Theorie so gut wie nichts, wenn du nicht weißt, wie du dein Wissen in eine Klausur einbaust, wohin dieser oder jener Meinungsstreit verortet wird oder wie du am besten deine Schwerpunkte legst. Hinzu kommt noch das immerwährende Zeitproblem, das nicht unterschätzt werden sollte. Anhand von (Übungs-)Klausuren siehst du, wo deine Schwierigkeiten liegen und du kannst an ihnen arbeiten, um bestens für das Examen gewappnet zu sein. Zudem wiederholst du beim Klausurenschreiben das materielle Recht 😉

    7. Zeitlimit setzen

    Was deinen Lernerfolg steigert sind Zeitlimits. Setze dir eine Frist, bis wann du den Stoff abgearbeitet haben willst. Je detaillierte dein Limit, desto besser natürlich. So vermeidest du Trödeleien oder Prokrastination. Notiere dir dein Zeitlimit am besten in dein Notizplaner oder dort, wo du es sehen kannst. Berücksichtige auch hier ein wenig Pufferzeit, falls doch etwas ungeplant dazwischen kommen sollte.

    8. Effiziente Lernmethoden

    Es gibt viele gute Lernmethoden. Alle zu nennen würde jedoch den Rahmen dieses Beitrags sprengen, weshalb ich mich auf ein paar wesentliche konzentrieren will.

    • Eselsbrücken

    Definitionen und ggf. Schemata lassen sich am besten mit Eselsbrücken lernen! Es erleichert das Auswendiglernen und bietet sich bei Schemata und Definitionen als auch Tatbestandsmerkmalen gleichermaßen an. Sie ermöglichen es, umfangreiche Inhalte zu vereinfachen und Inhalte leichter abzurufen.

    Beispiele: Ist eine Aussage glaubhaft oder glaubwürdig? Glaubhaft. Warum? Nur ein Mensch hat Würde – und kann nur deswegen glaubWÜRDIG sein.

    Oder die Strengbeweismittel im Zivilprozessrecht: SAPUZ

    S = Sachverständige

    A = Augenschein

    P = Parteivernehmung

    U = Urkunden

    Z = Zeuge

    Oder im Strafrecht die 3-2-1-0-Formel zur Definition des Bandendiebstahls nach § 244 I Nr. 2 StGB: 3 müssen sich zusammengeschlossen haben, 2 müssen bei der Tat zusammenwirken, 1 muss die Tat begehen und 0 müssen am Tatort zugegen sein.

    • Mind-Maps

    Mind-Maps helfen dabei, den Überblick zu behalten und vor allem auch Zusammenhänge besser zu erfassen und zu verstehen. Im Internet findet man einige vorgefertigte Mindmaps, doch ich würde raten, sie selbst zu erstellen, da dadurch der Lerneffekt um einiges größer ist. Durch das Erstellen muss man sich „notgedrungen“ mit der Materie auseinandersetzen und schafft dadurch eine bessere Grundlage für ein besseres Verständnis des Stoffes.

    • Laut Aussprechen und Diskutieren

    Etwas laut auszusprechen hilft deinem Gehirn das Gelesene oder Gehörte noch einmal zu repetieren und das Gelernte zu verknüpfen. Am besten gibst du den Stoff (mit Ausnahme von Definitionen evtl.) in deinen eigenen Worten so simpel wie möglich wieder. So erkennst du, ob du das Thema wirklich verstanden hast oder nur in der Lage bist das Gelesene zu wiederholen. Im Rahmen einer Lerngruppe eignen sich Diskussionsrunden, um das eigene Wissen zu wiederholen und zu vertiefen – gerade im Hinblick auf Meinungsstreits lassen sich hier fast schon „spielerisch“ wichtige Probleme lernen.

    • Pomodoro-Technik

    Gerade für diejenigen, die sich schwer damit tun, über einen längeren Zeitraum konzentriert einen Text zu lesen, eignet sich die Pomodoro-Technik meiner Meinung nach hervorragend. Die Lernzeit wird in 25-minütige Intervalle eingeteilt, die jeweils durch 5 Minuten Pause unterbrochen werden. Bedeutet: Du lernst 25 Minuten, machst 5 Minuten Pause und so weiter. Dies wird vier Mal wiederholt, ehe eine längere Pause von bis zu 30 Minuten gemacht wird. Die „verkürzte“ Lernzeit verbessert die Produktivität ungemein und eignet sich gerade für eher „langweilige“ Aufgaben, wie im Skript lesen oder Definitionen lernen. Man fühlt sich weniger überfordert, lernt schneller und effizienter. Am besten nutzt du zum Zeit stoppen eine Eieruhr oder das Handy – sofern es nicht durch ständiges Klingeln o.Ä. unterbrochen wird (lieber lautlos oder auf Flugmodus stellen, um keine Ablenkung zu erfahren).

    • Karteikarten

    Die Vorteile von Karteikarten habe ich dir bereits aufgezeigt (s.o.). Auch sie stellen eine prima Lernmethode dar, um Neues als auch Altes zu lernen, wiederholen und zu vertiefen.

    Wichtig ist in jedem Fall, dass du mit einem Plan lernst. Dazu eignet sich ein großer Kalender im Zimmer, ein Notizplaner, Tischplaner, To-Do-Listen etc. Es ist egal, was du benutzt. Wer seinen Lernfortschritt im Auge behält bleibt eher motiviert am Ball zu bleiben und sieht, wie weit er schon gekommen ist, statt sich nur darauf zu konzentrieren, welcher Weg noch vor einem liegt.

    9. Schwerpunktsetzung in der Klausur – aber wie?

    Alle Informationen aus dem Sachverhalt sollten sich in deinem Gutachten widerspiegeln und verwertet werden. Doch woran erkennt man, dass ein Schwerpunkt oder Meinungsstreit vorliegt? Daran, dass darüber gestritten bzw. diskutiert wird!

    Du erkennst, dass es zu einem rechtlichen Problem keine eindeutige Lösung gibt? Dann liegt ein Meinungsstreit vor.

    Mein Tipp: Suche in der Klausur gezielt nach Problemen, statt ihnen aus dem Weg zu gehen!

    10. Finde einen Ausgleich und mache Pausen

    Der letzte Punkt ist mit einer der wichtigsten und zugleich der, der am meisten vernachlässigt wird. Ich sage es immer wieder: Pausen sind das A und O. Für Kopf und Geist. Wer einen Ausgleich zum Lernalltag hat, hat es einfacher Pausen zu machen. Sport, Musik, ein Buch lesen, sich mit Freunden treffen, spazieren gehen, Kochen, Backen, … alles bietet sich an bei dem du das Gefühl hast abschalten zu können. Denk daran: Das Jurastudium ist ein Marathon, kein Sprint!

    Wie du deine Produktivität auf natürlichem Wege unterstützen kannst, habe ich bereits in diesem Beitrag erläutert.

    Sandra

    Rechtsreferendarin|Autorin|Ernährungsberaterin|Sportlerin|Weltenbummlerin|Leseratte|Essensliebhaberin|

    Ein Gedanke zu „Lerntipps und Lernmethoden für das Jurastudium

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